Inclusion/Exclusion: beeindruckende Kunstausstellung von Sant’Egidio in Rom

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„Inclusion/Exclusion“ heißt die Ausstellung, die unsere römischen Partner-Kunstwerkstätten von Sant’Egidio derzeit in der italienischen Hauptstadt zeigen. Gemeinsam mit dem Künstler und Filmemacher Cesar Meneghetti haben 52 italienische FREUNDE eine Ausstellung erschaffen, die einige von unserer Würzburger Kunstwerkstatt sehen durften – und die uns tief beeindruckt hat.Die Ausstellung ist in der Galerie Sacconi zu sehen, untergebracht in der „Schreibmaschine“, wie die Römer das Nationaldenkmal für Viktor Emanuel II. an der Piazza Venezia scherzhaft nennen. „Inclusion/Exclusion“ verhandelt Themen, die auch uns sehr am Herzen liegen: die gegenläufigen Prozesse von Integration und Ausgrenzung in der Gesellschaft, Anteilnahme und Gleichgültigkeit, Ablehnung und Solidarität, Vorbehalte und gegenseitige Akzeptanz, Abgrenzung und Offenheit.

Für all diese Themen haben unsere römischen FREUNDE künstlerische Ausdrucksformen gefunden, die bestimmt keinen Besucher der Ausstellung kalt lassen.

„Borderlands“: Erinnerung an die Ertrunkenen in den „Grenzgebieten“

Zum Beispiel die Arbeit „Borderlands“. In diesen „Grenzgebieten“ tummeln sich tausende kleine Papierschiffchen auf einem „Flur der Namen“. Eine Videoinstallation listet Namen von Menschen auf, die auf ihrer Flucht vom afrikanischen Kontinent ihr Leben verloren haben. Rote Boote und rote Namen repräsentieren die verstorbenen Kinder.

„Humanitäre Korridore“ – Hoffnungsschimmer vom Dunkel ins Licht

Einen positiven Gegenentwurf thematisiert die Arbeit „Corridoi umanitari“. In diesen „Humanitäre Korridoren“ ermöglicht die Gemeinschaft Sant’Egidio gemeinsam mit anderen Einrichtungen besonders schutzbedürftigen Migranten die sichere und legale Einreise nach Europa. Dank dieser humanitären Visa geraten die Menschen nicht in die Hände von Menschenhändlern. Das Kunstwerk beschreibt einen visuell nachvollziehbaren Weg aus dem Dunkel in helle, ja goldene Bereiche. Im Begleittext der Ausstellung heißt es dazu:

„Die Hoffnung, in Europa anzukommen, ohne sich der Reise auf See stellen zu müssen. Eine Antwort aus der Gemeinschaft Sant’Egidio, die Europa ein Herz gibt, denn jedes gerettete Leben ist so wertvoll wie Gold auf der Leinwand.“

korridore

Künstlerisches Gedenken an die Judenvernichtung

Eine andere Arbeit mit dem Titel „16. Oktober 1943“ verweist auf den Tag, als die römischen Juden von den Nationalsozialisten festgenommen wurden, um sie dann nach Auschwitz zu deportieren. An jenen Samstag umzingelte die SS das Judenviertel Roms, dann wurden Menschen jeden Alters mit extremer Brutalität zu einer Sammelstelle getrieben. Am 18. Oktober 1943 wurden 1.016 römische Juden nach Auschwitz deportiert, vom einjährigen Säugling bis zum neunzigjährigen Greis. Nur 16 der Deportierten überlebten und kehrten zurück.

kerzenreste

Für die Arbeit wurden Reste von Kerzen eines Gedenkmarsches verwendet, den die Gemeinschaft Sant’Egidio in Rom veranstaltet hat. Die roten Kerzen stellen die wenigen Überlebenden dar, die blaue Kerze die einzige Frau, Settimia Spizzichino, die im Jahr 2000 in Rom verstorben ist.

Inspiration und Ansporn

Das sind nur drei der beeindruckenden Kunstwerke dieser Ausstellung, die uns von der Würzburger Kunstwerkstatt viel Inspiration und Ansporn gibt, unsere eigene Arbeit immer wieder neu zu hinterfragen und weiter voranzubringen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Januar zu sehen, jeden Tag von 9.30 bis 19.30 Uhr. Wer es bis dahin nicht nach Rom schaffen sollte, kann sich auf der Homepage zur Ausstellung einen intensiven Eindruck von den Gemälden, Installationen, Fotografien und Textmaterialien verschaffen.

 

 

 

 

 

 

 

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